Heizkosten sparen: 12 Tipps, die wirklich etwas bringen
Von der richtigen Raumtemperatur über Heizkörper entlüften bis zum hydraulischen Abgleich: 12 Spartipps, sortiert nach Aufwand – für Mieter und Eigentümer.
Heizen macht in den meisten Haushalten den größten Teil des Energieverbrauchs aus. Entsprechend viel lässt sich hier sparen – oft ohne jede Investition. Die folgenden 12 Tipps sind nach Aufwand sortiert: Die ersten können Sie heute umsetzen, die letzten betreffen vor allem Eigentümer.
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1. Raumtemperatur um ein Grad senken
Die einfachste Maßnahme mit dem größten Effekt: Jedes Grad weniger spart rund 6 % Heizenergie. Viele empfinden 20 statt 22 °C im Wohnzimmer nach wenigen Tagen als völlig normal.
| Raum | Empfohlene Temperatur |
|---|---|
| Wohnzimmer, Arbeitszimmer | ca. 20 °C |
| Küche | ca. 18 °C |
| Schlafzimmer | 16–18 °C |
| Bad (beim Duschen) | ca. 22 °C |
| Flur | 15–18 °C |
2. Stoßlüften statt Kipp-Fenster
Ein dauerhaft gekipptes Fenster kühlt die Wände rund um das Fenster aus und verschwendet viel Wärme. Besser: 2–4 Mal täglich 5–10 Minuten alle Fenster weit öffnen, Thermostate währenddessen herunterdrehen.
3. Heizkörper frei halten
Sofas, lange Vorhänge oder Verkleidungen vor dem Heizkörper stauen die Wärme. Lassen Sie mindestens 10–15 cm Abstand, damit die warme Luft zirkulieren kann.
4. Nachts und bei Abwesenheit absenken
Senken Sie die Temperatur nachts und wenn niemand zu Hause ist um 3–5 °C – aber schalten Sie nicht ganz aus. Ausgekühlte Räume wieder aufzuheizen kostet mehr, und das Schimmelrisiko steigt.
5. Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen schließen
Sonst zieht warme Luft in kühlere Räume, kondensiert dort an den Wänden und begünstigt Schimmel.
6. Rollläden und Vorhänge nachts schließen
Geschlossene Rollläden und dicke Vorhänge verringern den Wärmeverlust über die Fenster spürbar – besonders bei älteren Fenstern.
Mit kleinem Budget
7. Heizkörper entlüften
Gluckert der Heizkörper oder wird er oben nicht richtig warm, ist Luft im System. Entlüften dauert pro Heizkörper wenige Minuten: Thermostat aufdrehen, Heizungspumpe möglichst kurz abschalten, mit einem Entlüftungsschlüssel das Ventil öffnen, bis Wasser statt Luft austritt. Danach den Wasserdruck der Anlage prüfen.
8. Programmierbare oder smarte Thermostate
Sie senken die Temperatur automatisch nach Zeitplan ab – nachts, tagsüber bei der Arbeit, im Urlaub. Gute Modelle kosten ab etwa 20–30 € pro Heizkörper und sind in wenigen Minuten auch in Mietwohnungen montiert.
9. Fenster und Türen abdichten
Zieht es spürbar? Neue Dichtungsbänder für Fenster und Türen sowie Zugluftstopper kosten wenig und sind schnell angebracht. Prüfen Sie mit einer Kerze: Flackert die Flamme am geschlossenen Fenster, ist es undicht.
10. Heizkörpernischen dämmen
Heizkörper an Außenwänden geben einen Teil der Wärme direkt an die Wand ab. Dämmplatten mit Reflexionsschicht hinter dem Heizkörper können das reduzieren, vor allem bei dünnen Nischenwänden in Altbauten.
Für Eigentümer
11. Hydraulischen Abgleich durchführen lassen
Ohne Abgleich bekommen Heizkörper nahe der Heizung zu viel heißes Wasser, entfernte zu wenig. Dann wird oft die gesamte Anlage höher eingestellt als nötig. Ein hydraulischer Abgleich durch den Fachbetrieb sorgt für gleichmäßige Wärme und ermöglicht eine niedrigere Vorlauftemperatur. Fragen Sie nach aktuellen Fördermöglichkeiten.
12. Vorlauftemperatur senken und Rohre dämmen
Viele Heizungen laufen mit höherer Vorlauftemperatur, als das Haus braucht. Lassen Sie die Heizkurve vom Fachbetrieb anpassen. Und: Ungedämmte Heizungsrohre in Keller oder Abstellraum heizen Räume, die gar nicht warm sein müssen. Rohrdämmung aus dem Baumarkt ist günstig und schnell angebracht.
Wie viel lässt sich sparen?
Das hängt stark von Gebäude, Heizung und Ihren Gewohnheiten ab. Als Orientierung: Wer die Raumtemperatur um 1–2 °C senkt, richtig lüftet und nachts absenkt, kann seine Heizkosten oft um 10–20 % reduzieren – ohne nennenswerte Investition. Größere Einsparungen bringen dann bauliche Maßnahmen wie Dämmung oder ein Heizungstausch, für die sich eine unabhängige Energieberatung lohnt.
Häufige Fragen
Welche Raumtemperatur ist empfehlenswert?
Als Orientierung: Wohnzimmer etwa 20 °C, Küche 18 °C, Schlafzimmer 16–18 °C, Bad zum Duschen 22 °C. Räume sollten nicht dauerhaft unter etwa 16 °C auskühlen, sonst steigt das Schimmelrisiko.
Ist es günstiger, die Heizung tagsüber ganz auszuschalten?
Nein. Ausgekühlte Wände wieder aufzuheizen kostet viel Energie und fördert Schimmel. Besser ist es, die Temperatur bei Abwesenheit um einige Grad abzusenken.
Was bedeuten die Zahlen auf dem Thermostatkopf?
Bei den meisten Thermostaten entspricht Stufe 3 etwa 20 °C. Jede Stufe darüber oder darunter verändert die Zieltemperatur um rund 3–4 °C. Stufe 5 heizt nicht schneller, sondern nur auf eine höhere Endtemperatur.
Was ist ein hydraulischer Abgleich?
Dabei stellt ein Heizungsfachbetrieb ein, dass jeder Heizkörper genau so viel heißes Wasser bekommt, wie er braucht. Das Haus wird gleichmäßiger warm, und die Heizung kann mit niedrigerer Temperatur und weniger Pumpenleistung arbeiten.