Hochbeet anlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit richtiger Befüllung
Standort, Material, die richtigen Schichten und die besten Pflanzen fürs erste Jahr: So legen Sie ein Hochbeet an, das jahrelang gute Ernten bringt.
Ein Hochbeet schont den Rücken, erwärmt sich im Frühjahr schneller als ein normales Beet und bringt dank der verrottenden Füllung oft deutlich höhere Erträge. Mit dieser Anleitung bauen und befüllen Sie Ihr Hochbeet richtig – vom Standort bis zur ersten Pflanzung.
1. Den richtigen Standort wählen
Gemüse braucht Licht. Wählen Sie einen Platz mit mindestens 6 Stunden Sonne am Tag. Ideal ist eine Ausrichtung der Längsseite in Nord-Süd-Richtung, damit beide Seiten gleichmäßig Licht bekommen.
Achten Sie außerdem auf:
- ebenen Untergrund – sonst kippt das Beet beim Setzen der Füllung
- Wasser in der Nähe – Hochbeete trocknen schneller aus als Bodenbeete
- Abstand zu Bäumen – Wurzeln wachsen gern von unten in die nährstoffreiche Füllung
2. Die richtige Größe
| Maß | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Höhe | 80–90 cm | rückenschonend für die meisten Menschen |
| Breite | max. 120 cm (bei Wandseite max. 80 cm) | Mitte bequem erreichbar |
| Länge | 150–250 cm | stabil, ausreichend Fläche |
Bei sehr langen Beeten aus Holz sollten Sie in der Mitte eine Querstrebe einbauen, damit sich die Seiten unter dem Druck der Füllung nicht nach außen wölben.
3. Material: Holz, Metall oder Stein?
- Holz (Lärche, Douglasie): natürlich, gut zu bearbeiten, hält mit Innenfolie 8–12 Jahre.
- Metall (verzinkt oder Corten): sehr langlebig, modern, heizt sich in praller Sonne stärker auf.
- Stein oder Gabionen: praktisch unbegrenzt haltbar, aber aufwendig und teuer.
- WPC/Kunststoff: pflegeleicht, aber weniger nachhaltig.
Verwenden Sie für Holzbeete kein druckimprägniertes Holz mit chemischem Holzschutz – Sie wollen darin schließlich Lebensmittel anbauen.
4. Schutz gegen Wühlmäuse und Fäulnis
Bevor Sie befüllen:
- Rasensoden auf der Grundfläche abstechen (umgedreht später als Schicht verwenden).
- Engmaschiges Drahtgitter (Volierendraht, Maschenweite ca. 13 mm) auf den Boden legen und an den Seiten einige Zentimeter hochziehen.
- Bei Holz die Innenwände mit Noppenfolie auskleiden – Noppen zeigen zum Holz, damit Luft zirkulieren kann. Den Boden nicht mit Folie abdecken.
5. Das Hochbeet richtig befüllen
Das Geheimnis eines guten Hochbeets ist die Schichtung. Das grobe Material unten sorgt für Drainage, die verrottenden Schichten darüber liefern Wärme und Nährstoffe.
| Schicht (von unten) | Material | Dicke ca. |
|---|---|---|
| 1 | grober Gehölzschnitt, Äste, Zweige | 25–30 cm |
| 2 | umgedrehte Rasensoden, Laub, Rasenschnitt | 15–20 cm |
| 3 | grober, halbreifer Kompost oder Mist | 15–20 cm |
| 4 | feiner Kompost | 10 cm |
| 5 | gute Gartenerde oder Hochbeeterde | 20–30 cm |
Tipp: Treten Sie jede Schicht leicht an und wässern Sie sie. So sackt die Füllung später weniger stark ab.
Wer keinen eigenen Grünschnitt hat, kann das Beet auch nur mit Erde und Kompost füllen. Das ist teurer, wird aber nicht so stark absacken.
6. Was pflanze ich im ersten Jahr?
Im ersten Jahr setzt die Füllung viele Nährstoffe frei – ideal für Starkzehrer:
- Tomaten, Zucchini, Gurken, Kürbis
- Kohlarten (Brokkoli, Kohlrabi)
- Paprika und Auberginen in warmen Lagen
Ab dem zweiten Jahr kommen Mittelzehrer (Möhren, Salat, Mangold, Rote Bete) und ab dem dritten Jahr Schwachzehrer (Kräuter, Erbsen, Bohnen, Radieschen) dazu. Spinat und Salat als Vorkultur im Frühjahr passen in jedem Jahr.
Vorsicht im ersten Jahr bei Salat und Spinat: Bei sehr nährstoffreicher Füllung können sie Nitrat anreichern. Ernten Sie diese besser am späten Nachmittag, wenn der Nitratgehalt niedriger ist.
7. Pflege: Gießen, Nachfüllen, Mulchen
- Gießen: Hochbeete trocknen schneller aus. Im Sommer morgens gründlich gießen, statt täglich ein bisschen.
- Mulchen: Eine dünne Schicht Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit.
- Nachfüllen: Jedes Frühjahr die abgesackte Erde mit Kompost auffüllen.
- Neu aufbauen: Nach etwa 5–6 Jahren ist die Füllung verrottet – dann das Beet komplett leeren und neu schichten.
Häufige Fehler
- Zu breit gebaut – die Mitte ist dann nicht erreichbar.
- Kein Wühlmausgitter – ein ärgerlicher, oft nicht mehr behebbarer Fehler.
- Nur Erde, keine Drainage – Staunässe lässt Wurzeln faulen.
- Im ersten Jahr Kräuter pflanzen – Mediterrane Kräuter mögen es mager und werden im frischen Hochbeet zu mastig.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, ein Hochbeet anzulegen?
Der Herbst ist ideal: Dann fällt viel Grünschnitt und Laub zum Befüllen an, und die Schichten setzen sich bis zum Frühjahr. Ein Aufbau im zeitigen Frühjahr funktioniert aber ebenso gut.
Wie viel Erde braucht ein Hochbeet?
Rechnen Sie Länge × Breite × Höhe. Ein Beet von 2 × 1 m und 0,8 m Höhe fasst rund 1.600 Liter. Mit der Schichtmethode benötigen Sie davon nur etwa 300–600 Liter gekaufte Erde für die oberste Schicht.
Muss ich ein Hochbeet innen auskleiden?
Bei Holz ja: Eine Noppenfolie an den Innenseiten (Noppen zum Holz) schützt vor Fäulnis und verlängert die Lebensdauer deutlich. Den Boden lassen Sie offen, damit Wasser abfließen kann.
Wie oft muss ein Hochbeet nachgefüllt werden?
Die Füllung sackt jedes Jahr um einige Zentimeter. Füllen Sie im Frühjahr mit Kompost oder Erde auf. Nach etwa 5–6 Jahren ist das Material verrottet und das Beet sollte neu befüllt werden.